lookism, beauty standards, womyn: Ansätze eines anderen Umgangs

Frauen wollen sich mit/ in ihrem Körper wohl fühlen! Das jedoch ist extrem schwer bei all der vielfachen Erzeugung von Druck durch die Medien, schlank, jung und schön zu sein – oder wertlos.
Das Sprechen über Attraktivität, das Nachbilden von Attraktivität in der Kunst greift diese Wertvorstellungen auf. Auch das Komplimente machen gegenüber einer Frau, die als attraktiv gelesen wird, greift darauf zurück: Du hast Wert, du bist (liebens)Wert. Attraktivität existiert nur in Zusammenhang mit dem Gegenteil, dem Hass-lich-sein.

Das Kompliment an sich verdeutlicht aber mehr: das Recht, zumeist von Männern, über den Körper der Frau zu sprechen, ihn einzuordnen, zu bewerten und im Sprechakt dieses Recht zu reproduzieren. Diese Sprechsituationen stehen häufig am Anfang einer Begegnung und verdeutlichen damit zudem, dass der Sprechende sein Begehren an dem Körper äußert. Sein haben-wollen der Attraktivität, um es zu seinem Attribut zu machen: er integriert sie als Objekt der Dekoration in seinen Privatraum.
Ein Attribut, gemeint als Informationsträger, bezeugt die Fähigkeit, eine „schöne“ zu „kriegen“ und definiert hierin den Stellenwert des Mannes. Es sollte klar werden, dass eine Frau so ihrer Subjektivität beraubt wird und welches Motiv hinter dem Begehren nach einer schönen Frau steckt. Lookism ist entsprechend als ein weiterer Eingriff in die Autonomie der Frau zu verstehen.

Zurück zum Körper: Der Körper ist das Zuhause einer Person! Eine Frau lebt jeden Tag in ihrem Körper, erlebt Emotionen durch ihn, hat Ideen in ihm, macht Witze mit und über ihn. Ihr Körper ist ihre Persönlichkeit und er gehört vollständig ihr. Er ist das Geschenk dafür, geboren worden zu sein. So wie dein Körper dein Geschenk dafür ist. Und Menschen entscheiden selbst, wann sie dieses Geschenk teilen möchten!

Das vor allem Frauen sich in ihrem Körpern unwohl fühlen hat seine Ursache in den jährlich ausgegeben Unsummen, um sie daran zu erinnern, häßlich zu sein und durch ihre Häßlichkeit sie fundamental nicht-liebenswürdig zu sein.
Das deutsche Wort „häßlich“ verdeutlicht diese Tatsache unmissverständlich. Es birgt in sich die Verschmelzung von Sprechakt und physikalischer Realität. Als häßlich gelesene Menschen dürfen gehasst werden und erleben dies auch. Nicht als Ausnahme, sondern als Alltag, also all-täglich.

Also, denk nach, bevor du Körper malst, bevor du Körper – ob durch Komplimente oder Abwertung definierst. Und nein, es ist nicht schlimm, schön zu sein, es ist schlimm, schön sein zu müssen! Es ist schlimm, in schön und unschön zu unterscheiden! Leben ist schön und Leben ist verkörpert und körperlich!

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